Wellnessurlaub in Rheinland-Pfalz: Jordans Untermühle

Wellness • Lifestyle

Wohl bekomm's. Wellness und Wein in Jordan's Untermühle

Wandern, Wellness und Wein. Gibt es eine bessere Kombination, um dem Leben eine gewisse Leichtfüßigkeit zu verpassen? In Jordan’s Untermühle in Rheinhessen läuft die Unbeschwertheit zur Höchstform auf. Ulli und ich haben ein Wellness-Wochenende in dem schönen Spa-Hotel verbracht und frische Tipps für eine Freundinnen-Auszeit.

Wenn man in einem Hotel ankommt und direkt von der Rezeption nach links abbiegt, mitten hinein in eine Weinprobe, dann hat man alles richtig gemacht. Freitagabend in Jordan’s Untermühle. Die Fahrt zur Freundinnen-Auszeit war länger als gedacht. Denn nicht nur Ulli und ich sind unterwegs in den Wochenendausflug, sondern gefühlt halb Deutschland, vielleicht sogar mehr. Entsprechend ist „The German Autobahn“ gar nicht mal so flott, wie der Rest der Welt immer denkt. „Setzt euch erst mal“, sagt Jana Kopp vom Bio-Weingut Sternenfelserhof in Nierstein und schenkt Secco ein. Ein bisschen Grauburgunder hier, ein bisschen Blanc de Noir da – spätestens bei der Scheurebe „I am shy“ hat der eigene Stressfaktor deutlich weniger Prozentpunkte als der Wein. Sicherlich leistet er einen soliden Beitrag, dass Ulli und ich uns sofort zuhause fühlen in Rheinhessen.

Auszeit im Weinland-Idyll

Rheinhessen? Die Weinregion unmittelbar südlich von Mainz mussten wir erst mal googlen. Zugegeben, alles was abseits des Weißwurscht-Äquators liegt, ist für die Bayern ja so eine Sache. Wir kennen uns zwar aus mit Italien, Österreich und halt praktisch mit allem, was Richtung Süden geht. Aber nördlich der Donau wird’s mau. Rheinhessen also, genauer gesagt Köngernheim, wo die Untermühle steht. Deren Geschichte beginnt im Jahr 1608 als Wassermühle am Flüsschen Selz. Nach ihrer Stilllegung wurde die Anlage mit den drei Fachwerkshäusern von einem Eigentümer zum nächsten gereicht, war mal Diskothek, mal Café, Restaurant oder Vinothek.

Seit 2005 ist das Ensemble im Besitz der Familie Jordan, die es versteht, Altes zu bewahren und Neues zu schaffen. Alt sind die Gebäude, die den Innenhof mit der alten Eiche umgeben. Und neu ist der Anbau mit weiteren 18 der insgesamt 48 Zimmer sowie der Wellnessbereich, mit dem die Familie das Weinhotel 2018 in eine Wein-Wellnessdestination weiterentwickelte. Übrigens ist die Untermühle das einzige Wellnesshotel Rheinhessens. Überhaupt ist die Region touristisch gesehen ein verhältnismäßig unbeschriebenes Blatt. Schon ein bisschen erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Rheinhessen mit 26.750 Hektar Rebfläche das größte Weinanbaugebiet Deutschlands ist, und die Landschaft mit den unzähligen Weinbergen bis hinunter zum Rhein ein kleines Paradies für Wanderer und Radler.

Urlaub im Hotel Jordan's Untermühle auf einen Blick

Zimmer

Mit 48 Zimmern ist Jordan’s Untermühle ein schmuckes, relativ kleines Hotel, ideal für den persönlichen Hideaway. Die Zimmer sind renoviert und teils erst 2018 gebaut. Vom Kuschelzimmer bis zur Spa Suite.

Kulinarik

Luisa Jordan hat die Küchenleitung im Frühjahr übernommen. Ihr Stil: Landhausküche modern interpretiert. Zudem tolles Frühstücksbuffet mit selbstgemachten Leckereien und Nachmittags-Vesper im Bademantel.

Wellness

Im Herz&Rebe Spa locken drei Saunen, ein Naturbecken, ein beheizter Außenpool und gemütliche Ruheräume. Anwendungen mit der wohltuenden Wirkung des Weins und ein Yogaraum mit Panoramablick in den Garten.

Radtour durch die Weinberge

Als wir am Morgen mit unseren Rädern das alte Holztor der Untermühle passieren, biegen wir direkt ab auf den Radweg. Rechts ein Pferdehof, links Felder, dahinter weitere Felder. Mehr gibt es in Außerhalb 1 – so lautet die wundervolle Adresse der Untermühle – auch nicht. Hier ist Natur, Frieden, Ruhe. Bald gelangen wir nach Köngernheim, passieren Schrebergärten, die ersten Einfamilienhäuser und ganz wichtig: den Vinomat. Er und seine Verwandten werden auf Plakaten immer mal wieder angekündigt. Nein, in Rheinhessen werden Sportler wie Spaziergänger unterwegs nicht verdursten, so viel steht fest.

Es geht ein Stück entlang der Selz und dann zwischen Weinbergen hinüber nach Nierstein. Das Städtchen ist der Hotspot der Gegend. Besonders bekannt ist der Rote Hang. Nicht nur wegen der Aussicht – der wohl schönsten Rheinhessens – auf Nierstein und den Rhein. Die rote Erde ist ein besonderes Terroir, in den Steillagen wachsen vor allem Riesling-Reben mit eigenständigem Charakter. Als wir oben stehen am Brudersberg, einem Teil des Roten Hangs, atmen wir tief ein, als ob wir die Landschaft in uns aufsaugen könnten. Genuss ist so ein vielschichtiges Erlebnis, hier erleben wir ihn auf allen Ebenen. Der Geruch des Herbstlaubs, die zarte Sonne, die uns wärmt, der Bodennebel, der langsam vom Rhein aufsteigt. Und ein guter Tropfen, drüben vom Vinomat. Dieser Augenblick ist die Definition vom Glück, das sich manchmal in kleinen Dingen maximal entfaltet.

Wellness für Adults only

Zurück im Hotel tauschen wir die Radklamotten gegen Bikini und Bademantel. Auf uns warten der Außenpool, die Biosauna, die Finnische, das Dampfbad und das arschkalte Naturbecken draußen – naja, Letzteres vielleicht auch nicht. Zeit für Wellness im tausend Quadratmeter großen Herz & Rebe Spa. Adults only. Besonders für Ulli ein Highlight. Die Kinder hat sie zum ersten Mal allein bei Papa gelassen, ihre Nachrichten checkt sie in Anbetracht dessen gar nicht mal so oft.

Die Liegen im Garten sind sogar jetzt im November gut besucht – das Wetter ist einfach zu schön, um nur drinnen zu sein. Die nächsten Stunden begrenzt sich unser Bewegungsumkreis auf Liege, Saunen und Pool. Abgesehen von einem Abstecher zur Nachmittags-Vesper mit süßen und herzhaften Snacks. Auch hierfür müssen wir nicht aus dem Bademantel raus. Jetzt gebrauche ich ihn einfach auch mal, den gefühlt inflationär verwendeten Hashtag #dankbar 😀

Frische Salate im Magen und Sonne im Gesicht geht’s zurück zur Liege und wenig später zur Massage mit Wein-Treatment. Eine knappe Stunde falle ich von einem Sekundenschlaf in den nächsten und schwebe danach beschwingt übers Parket und hinein in einen der Ruheräume. Helle Leinentücher, weiche Matratzen, große Panoramafenster mit Poolblick. Ich fühle mich weit weg von allem. Im Hideaway. In Außerhalb 1.

Und täglich grüßt die Weinprobe

Abends steht bereits die nächste Weinprobe an. Diese gibt’s für die Gäste in regelmäßigen Abständen, ca. einmal pro Woche. Während wir da sind, zufällig fast jeden Tag. Die Teilnahme daran ist für die Gäste kostenlos. Verschiedene Winzer der Gegend kommen abwechselnd in die Untermühle. Niclas Jordan, der Sohn in der Eigentümerfamilie, hat 2017 die Leitung des Hotels übernommen. Für ihn wie für seine Eltern ist das Thema Wein die Seele der Region und ist auch in der Untermühle der rote Faden. Von der Deko über die erwähnten Wein-Treatments im Spa bis hin zur Kulinarik. „Wir haben hier viele junge Winzer, die bereits als nächste Generation anstehen. Sie bringen frischen Wind und Lebensfreude rein und machen wirklich gute Weine. Das hat Rheinhessen in den vergangenen Jahren zum Aufschwung verholfen“, erzählt er.

Drei-Gänge-Menü als Betthupferl

Nach unserer Weinprobe Nummer zwei geht es schon wieder beschwingt zum Abendessen. Welchen Wein wir denn möchten, fragt der freundliche Kellner. „Heute nur den von der langkrageden Wirtin“, antwortet Ulli. Fragezeichen bei ihm und bei mir im Gesicht. Ich war vielleicht zu lange aus der Heimat weg, um sämtliche „Fachausdrücke“ des Allgäus zu kennen. „Aus dem Wasserhahn, langer Kragen“, übersetzt Ulli. Und so verzichten wir bedauerlicherweise auf den 18er Pinot Barrique vom Sternenfelserhof (die Weinempfehlung des Tages) und begeben uns trotzdem auf die nächste Genussreise. Ulli mit Rotbarbe und Lauchgemüse. Ich mit Ente, Kürbis und Harissa. Gehobene Landhausküche modern interpretiert, von Tochter Luisa und den Mühlengeistern, wie das Küchenteam der Untermühle sich nennt. Drei Gänge später lassen wir den Verdauungsspaziergang aus- und uns stattdessen aufs Bett fallen. Drei-Gänge-Menü als Betthupferl quasi. Ulli schläft sofort, ich fünf Minuten später. Freundinnen-Auszeit.

Good Wines Only

Das Frühstück fällt früh und reichhaltig aus. Aber wer sagt denn, dass man bis 10 Uhr warten muss, um ausgiebig zu brunchen? Wir gehen schließlich wandern, da braucht man Energie. Also gibt es im ersten Durchgang die deftige Variante mit dem leckeren Curry-Kichererbsen-Aufstrich, getrockneten Tomaten, eingelegten Auberginen, frischen Feigen, hausgebeiztem Lachs, dazu Brot aus der Holzofenbäckerei unweit des Hotels, das nach einem Originalrezept der Untermühle backt. Der Traubensaft vom Winzer darf auch nicht fehlen. Sozusagen als Nachspeise folgt das obligatorische Brötchen mit Honig von den hoteleigenen Bienenstöcken, Omelette und Espresso Macchiato. Dann geht’s wieder entlang der Selz, durch Köngernheim und dieses Mal fast geradeaus weiter bis Weinolsheim. Was wir hier tun, steckt schon im Namen. Natürlich: Weinprobe.

Wir sind zu Gast in der nigelnagelneuen Vinothek von Eric Manz und Family. Langsam bestätigt sich, was Niclas Jordan über die Kreativität der Winzer erzählt hat und auch dem Weinführer Gault&Millau nicht entgangen ist: Dieser zeichnete so einige rheinhessische Winzer aus, darunter auch das Weingut Manz. Seit 300 Jahren ist die Familie hier ansässig, bewirtschaftet rund 35 Hektar. Eric Manz leitet den Betrieb in der neunten Generation und hat Ideen ohne Ende. Die Vinothek ist in jedem Detail wohl überlegt. Farben und Formen sind modern und fügen sich gleichzeitig harmonisch ins Terroir und ins Lebensgefühl ein. Als „weinverrückt“ bezeichnet Eric die Leute hier in der Umgebung. Und wir zählen uns langsam aber sicher auch dazu. Ein Riesling auf der Terrasse mit Blick auf wieder andere Weinberge, hinter denen die Sonne durch die Wolken dringt und das i-Tüpfelchen auf die Stimmung setzt.

Om Shanti Om

Es gäbe noch so viel zu sehen, zu erleben – ganz zu schweigen von ein paar Tagen Nichtstun, die wir auf jeden Fall auch noch anhängen würden. Aber es ist, wie es ist. Wenn‘s schön ist, ist es immer zu kurz. Vielleicht entschleunigt uns die Yogastunde ja so, dass die Uhr vor lauter Entschleunigung rückwärts tickt? Wir probieren es aus. Im ersten Stock, direkt über dem Mühlrad, steht im Yogaraum ein großer Gong. Durchs Panoramafenster blickt man hinaus in den Mühlengarten. Om Shanti Om. Lass uns noch ein bisschen genießen. Nur noch ein bisschen.

Tipps für Deinen Urlaub in Rheinhessen

Hiwweltouren

Die neun zertifizierten Rund-Wanderwege sind das Aushänge-Schild der Region Rheinhessen. Es geht durch die Weinberge mit Einkehr-Möglichkeiten und Aussichts-Punkten.

Amiche-Radtour

Direkt von Jordan’s Untermühle geht es durch das rheinhessische Hügelland hinüber zum Rhein und in einer Rundtour auf 33 recht flachen Kilometern zurück zum Hotel.

Weinausschank

Auf den Touren passierst Du Weingüter und Vinotheken. Einen Moment auf der Terrasse verweilen. Beispielsweise im Weingut Raddeck oder in der neuen Vinothek Manz.

Werbehinweis
Diese Auszeit in Rheinhessen wurde unterstützt vom Hotel Jordan’s Untermühle. Die Inhalte und meine persönliche Meinung, die ich in diesem Beitrag wiedergebe, wurden dadurch nicht beeinflusst.

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