about Ju https://about-ju.com Reiseblog Wed, 08 Dec 2021 10:37:50 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.8.2 Tracht und Tradition im Allgäu https://about-ju.com/tracht-allgaeu/ https://about-ju.com/tracht-allgaeu/#respond Fri, 05 Nov 2021 21:09:09 +0000 https://about-ju.com/?p=1453 Heimatgefühle Tracht und Tradition Was ist Heimat? Bei der Ausstellung „Sehnsucht nach Heimat“ in Füssen bin ich auf Spurensuche nach dem Gefühl gegangen, das sich hinter Tracht und Tradition, hinter Sepplhut und Lederhosen verbirgt. Von Judith Beck Vergiss nie Deine Heimatwo Deine Wiege standDu findest in der Fernekein zweites Heimatland Zurück Weiter In der dritten […]

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Heimatgefühle

Tracht und Tradition

Was ist Heimat? Bei der Ausstellung „Sehnsucht nach Heimat“ in Füssen bin ich auf Spurensuche nach dem Gefühl gegangen, das sich hinter Tracht und Tradition, hinter Sepplhut und Lederhosen verbirgt.

Von Judith Beck

Vergiss nie Deine Heimat
wo Deine Wiege stand
Du findest in der Ferne
kein zweites Heimatland

In der dritten Klasse bekam ich ein Poesiealbum, in dem sich alle Mitschüler und Lehrer verewigten. Meine Klassenlehrerin Frau Tulke schrieb mir damals diesen Spruch ins Album. Hat sie recht? Gibt es wirklich nur diese eine Heimat, in der man sich tief verwurzelt und zuhause fühlt? Oder gibt es Herzensorte, an denen man sich vielleicht schon im ersten Moment fühlt, als wäre man immer dort gewesen, als gehöre man dort hin?

Als ich mich auf den Weg nach Füssen mache, denke ich viel darüber nach. Denn das kommende Wochenende wird ganz unter dem Motto „Sehnsucht nach Heimat“ stehen. Es geht um Traditionen, um Brauchtum, im Speziellen um die Trachtenkultur im Füssener Land. Für viele Menschen symbolisiert die Tracht Heimat. Tracht macht Heimat sichtbar. Die Füssener Trachtenvereine, teils weit über 100 Jahre alt, haben sich engagiert, um eine Ausstellung im Museum und Veranstaltungen mit Tanz und Musik auf die Beine zu stellen.

A bunter Hund in Lederhosen

Im Getümmel der Feierlichkeiten treffe ich am Eingang zum Allgäuer Heimatwerk Richard Hartmann. Als Vorsitzender des Gebirgstrachten- und Heimatvereins „D’Neuschwanstoaner Stamm“ steht er im Mittelpunkt der Organisationen und ist mit seiner Geschichte wohl der beste Ansprechpartner zum Thema Heimat. Nicht, weil er immer in Füssen geblieben ist, sondern gerade weil er aus seiner Heimat wegging. In den Achtzigern zog es ihn nach München, in die „große Welt“, wie er sagt, weil sein Lifestyle zu bunt war und er lieber einen kreativen Job als „was Gscheits“ machen wollte. Also baute Richard von 1993 bis 1999 für die Bayerische Staatsoper deren Marketingbüro auf und machte sich später als Eventler selbständig. Ob in Füssen oder München – er ist mit Leib und Seele Trachtler. „Das ist für mich keine Verkleidung, sondern Kulturgut.“

Tracht und Kultur im Füssener Land

Landschaft

Bilderbuchkulisse: Seen vor der Haustür und die Berge im Rücken.

Handwerk

Füssen gilt als die Wiege des Lauten- und Geigenbaus in Europa.

Mode

Edle Tracht: das Fiassar Bürgergwand mit goldenen Radhauben.

Pumuckl und sein Meister Wagner

Als der Trachtenverein in Füssen vor zehn Jahren quasi vom Aussterben bedroht war, kam Richard zurück und belebt seither mit seiner Veranstaltungs-Expertise das Vereinsleben mit Kursen und Veranstaltungen zum Thema Heimat und Brauchtum. Strickkurse stehen ebenso auf dem Programm wie Klosterarbeiten oder Volkstanz. „Ich stricke auch selbst“, sagt er stolz. Mitten auf der Drehergasse steht er, vor dem Allgäuer Heimatwerk: „Hier liefen bis in die Fünfzigerjahre die Kühe durch die Straßen, Bauernhöfe waren mitten in der Altstadt.“ Im Gebäude des Heimatwerks befand sich ein Wagner. „Ich war wie der Pumuckl, der über die Straße zum Meister Wagner hinüberlief.“ Man spürt, wie sehr Richard mit der Stadt verbunden ist. Selbst wenn er lange weg war, scheint er doch nie den Bezug zu seiner Basis verloren zu haben.

Flucht aus der Heimat

Wo ist denn eigentlich meine Heimat? Ist es wirklich der Ort, wo meine Wiege stand? Findet man wirklich fern der Heimat kein zweites Heimatland? Als ich das erste Mal von zuhause wegging, war es der Liebe wegen. Nicht, um ihr zu folgen. Eher um vor der zerbrochenen davonzulaufen. Nein, ganz ehrlich, das war nur ein willkommener Nebeneffekt, ein Nice-to-have. Denn eigentlich ging ich aus freien Stücken und wildem Herzen weg, um fern der Heimat mein Traumstudium zu studieren. Es ging für mich bis nach Tübingen, 200 Kilometer Entfernung. Yay! Zumindest war es weit genug, um nicht jedes Wochenende zurückzufahren. Es gab tatsächlich Zeiten, da ward ich ein halbes Jahr nicht mehr zuhause gesehen.

Öko in Tübingen und Alegría in Spanien

Als ich dann zum Auslandssemester nach Spanien emigrierte, war ich wirklich WEIT weg. Das tat soooo gut. Und es war sooo schwer, nach dem Studium – relativ unerwartet – nach Hause zurückzukehren. Ich hatte Spanien liebgewonnen: Sonne, Freiheit, Alegría. Und mein Tübingen ebenso, s’akademische Öko-Städtle. Ich fühlte mich wohl, obwohl die Alpen eigentlich viel zu weit weg waren. Die Hügel, Weinberge und der Neckar reichten mir letztlich, um ein glückliches Outdoormädla zu sein. Eine Heimat fern der Heimat zu finden, ist für mich also durchaus nicht unrealistisch, mithin sogar reizvoll. Gefühlt habe ich an vielen Stellen dieser Erde mein Herz gelassen. Im Grunde an jedem Ort, der mir im Gedächtnis geblieben ist, an den ich mit Sehnsucht zurückdenke. Mein Hirn funktioniert offensichtlich vorrangig in Verbindung mit Emotionen. Herz über Kopf.

A gmahde Wiesn wartet nirgendwo

Dennoch: An einem neuen Ort Fuß zu fassen, anzukommen, ist alles andere als einfach. Vor etwa 100 Jahren kamen mit Industrialisierung, Fremdenverkehr und Krieg reihenweise Zuazogene nach Füssen. Kultur, Tradition und Brauchtum sind im Allgäu in meinen Augen ganz wunderbar – aber sicherlich auch gewöhnungsbedürftig. Wohl fast nie erwartet den von weit Hergereisten, Reigschmeckten a gmahde Wiesn: die herzliche Einladung, dabei zu sein und einfach mitzumachen. Der Allgäuer ist ja schon auch stur und eigenbrötlerisch. Aber nicht nur der Allgäuer. Wohin ich auch ging, mit offenen Armen empfangen wurde ich im Grunde nie. Keiner hat je auf mich gewartet. Ich musste mich schon ein bisschen beweisen und drauf einlassen, aufgeschlossen sein. Ich musste mich anpassen, ohne mich selbst zu verlieren. Aber wer vieles hinter sich zurücklässt, macht automatisch Platz für neue Begegnungen und Möglichkeiten. Er wird zum Gestalter und entdeckt Unerwartetes an sich selbst. Als ich von zuhause wegging, wusste ich, was ich nicht mehr wollte und inwieweit ich mich neu erfinden wollte. Diese Erkenntnis ist der erste große Schritt zur Selbstfindung.

Sehnsucht nach Heimat

Dann geht man eines Tages zurück an seinen Ausgangspunkt. Es ist schwierig. Ich habe mich verändert. Da ist keine Sehnsucht nach Heimat, denn ich war glücklich in der nicht mehr so fremden Ferne. Es dauert, wieder zuhause anzukommen, wo die Wiege stand, wo Daheim ist. Die anderen haben sich teilweise so gar nicht verändert und Gespräche sind zäh. Manche Dinge haben sich wiederum doch verändert – ich vermisse sie. Es braucht einen Moment, anzukommen. Manchmal auch mehr als einen Moment. Und irgendwann ist es plötzlich doch da. Das Gefühl von Heimat, das irgendwo tief im Herzen geschlafen hat.

Die Ausstellung „Sehnsucht nach Heimat“ findet statt bis 27. Februar 2022 im Museum der Stadt Füssen (Barockkloster St. Mang). Die ortsansässigen Trachtenvereine nehmen Dich mit auf eine Reise in ihre Historie, in das Brauchtum, die Traditionen und Heimatschätze Füssens. Mit Musik, Geselligkeit und historischen Fiassar Bürgergewändern.

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Die besten Restaurants in der Region Valencia https://about-ju.com/restaurants-valencia/ https://about-ju.com/restaurants-valencia/#respond Fri, 01 Oct 2021 09:44:30 +0000 https://about-ju.com/?p=1415 Well-Being Schlemmen in Valencia Mediterrane Gerichte von Oma Carmen, fangfrischer Fisch oder Sushi mit Stil – entlang der Mittelmeer-Küste finden sich wunderbare Restaurants, die uns in ein spanisches Schlaraffenland entführen. Eine Liste mit Geheimtipps der besten Bars und Restaurants in der Region Valencia, von Alicante bis Castellón und Peñíscola. Von Judith Beck Was Dich in […]

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Well-Being

Schlemmen in Valencia

Mediterrane Gerichte von Oma Carmen, fangfrischer Fisch oder Sushi mit Stil – entlang der Mittelmeer-Küste finden sich wunderbare Restaurants, die uns in ein spanisches Schlaraffenland entführen. Eine Liste mit Geheimtipps der besten Bars und Restaurants in der Region Valencia, von Alicante bis Castellón und Peñíscola.

Von Judith Beck

Was Dich in diesem Artikel erwartet

Die mediterrane Küche ist für mich eine der großartigsten Kochkulturen der Welt. Auch wenn von der „Mittelmeer-Diät“ die Rede ist, hat sie doch so gar nichts mit Verzicht zu tun. Vielmehr basiert die südeuropäische Ernährung, die zur gesündesten der Welt zählt, auf Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten, Olivenöl, frischem Fisch und Meeresfrüchten. All dies bekommt man oft in Form von Tapas serviert. Tapas sind meist an der Theke der Bar „ausgestellt“ und werden dann auf kleinen Tellern serviert – die Größe variiert je nach Region. Vier Personen bestellen für ein Abendessen um die sechs Tapas. Alles kommt in die Tischmitte und jeder nimmt sich von dort, probiert also von allem. Am Ende bezahlt jeder denselben Betrag. Beliebte Tapas sind beispielsweise Patatas Bravas, das sind wilde Kartoffeln. Aber auch gegrilltes Gemüse, Tomatensalat mit Feigen, Gambas al Ajillo oder Boquerones.

Jedoch haben sich viele Restaurants entlang der Küste auf den Geschmack und die Vorzüge der Touristen eingestellt. Entsprechend findet man durchaus auch Schnitzel mit Pommes, üppige Fleischportionen und Paella zum Abendessen – was so gar nicht spanisch ist. Paella ist für die Spanier ein Mittagessen, am Abend gibt es leicht verdauliche Gerichte. Dabei muss es gar nicht immer typisch spanisch sein. Auch mediterran interpretiertes Sushi, Thai-Gerichte oder Pizza werden hier wie Tapas gegessen – ein Gemeinschaftserlebnis. Wer nicht nach dem Ausschau hält, was er eh schon kennt, und sich stattdessen auf die Kultur einlässt, wird eine Kulinarik erleben, die dem Körper wohlbekommt und gleichzeitig zum Geschmackserlebnis wird. Im Grunde ist es doch immer so: Wenn wir uns für eine fremde Kultur, einen fremden Lebensstil öffnen, können wir davon lernen und unseren Alltag damit bereichern.

Essen in Spanien auf einen Blick

Brunch

Heißt in Spanien Almuerzo. Meist gibt es ein Sandwich, manchmal auch ein paar Tapas dazu.

Lunch

Heißt in Spanien Comida. Beliebt sind Paella, Fisch und Fleisch. Am besten viel davon.

Dinner

Heißt in Spanien Cena. Gegessen wird etwas Leichtes, meist zu später Stunde, gegen 22 Uhr.

Sushi in der Altstadt Castellóns

Einen der größten Sushi-Meister Spaniens hat Monica engagiert, um das Sushi Lovers in Castellón zu dem zu machen, was es heute ist: das beste Sushi-Restaurant weit und breit. 2010 reiste sie nach Ibiza und redete mit dem Japaner Manu, der damals im Pacha auf Ibiza arbeitete. Er kam nach Castellón, gestaltete die Kare, bildete das Personal aus. Wer auf der Suche nach herrlich frischem und dabei durchaus besonderem Sushi ist, ist bei Sushi Lovers richtig. Versteckt in einer Seitenstraße in der Altstadt Castellóns, fernab des Verkehrs. Ein gemütliches Plätzchen, das das Sushi-Erlebnis perfektioniert.

Vegane Fusion Kitchen in Calpe

Im Surfhouse in Calpe erwartet Dich völlig unerwartet ein Best-of internationaler Kulinarik. Ras und Angela haben in vielen Ländern gelebt und gearbeitet, von den Philippinen über Hawaii bis Venezuela und in der Karibik. Aus jeder Gegend haben sie die schönsten Eindrücke mitgenommen und bringen diese in ihrer Kochkunst zusammen. Mediterrane, gesunde Küche mit Einflüssen aus der ganzen Welt.

Frischer Fisch und Meeresfrüchte im Hafen

„Wir haben noch zwei Teller Paella und einen Calamar“, das könnte die Bedienung im Terra Milles sagen. Im Grao, dem Fischerhafen von Castellón, kommt das auf den Tisch, was bei Morgengrauen gefangen wurde. Nicht mehr, und nicht weniger. Das Sympathische daran ist, dass keine Massenware serviert wird, sondern das, was das Meer an diesem Tag hergegeben hat. So schlimm ist das tatsächlich gar nicht. Wenn es etwas nicht oder nicht mehr gibt, dann eben etwas anderes. Alles, aber wirklich alles, ist geschmacklich hervorragend. Eine Speisekarte gibt es nicht, stattdessen eine Schiefertafel mit der Tageskarte.

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MTB-Touren und E-Bike-Routen im Wallis https://about-ju.com/mtb-schweiz/ https://about-ju.com/mtb-schweiz/#respond Thu, 16 Sep 2021 10:21:39 +0000 https://about-ju.com/?p=1267 MTB-Touren In Wallis Veritas Wie schmeckt das gute Leben? Eine leise Ahnung bekomme ich bei einer fünftägigen E-Bike-Genusstour im Schweizer Kanton Wallis. Zu zweit entdecken wir die schönsten Ecken von Crans-Montana, Sierre und dem Val d’Anniviers und tauchen ein in die Kultur der französischen Schweiz inklusive Raclette-Abend und Weinverkostung. Savoir-vivre auf zwei Rädern <3 Von […]

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MTB-Touren

In Wallis Veritas

Wie schmeckt das gute Leben? Eine leise Ahnung bekomme ich bei einer fünftägigen E-Bike-Genusstour im Schweizer Kanton Wallis. Zu zweit entdecken wir die schönsten Ecken von Crans-Montana, Sierre und dem Val d’Anniviers und tauchen ein in die Kultur der französischen Schweiz inklusive Raclette-Abend und Weinverkostung. Savoir-vivre auf zwei Rädern <3

Von Judith Beck

Was Dich in diesem Artikel erwartet

Heilend. Das wäre die wohl knappste Beschreibung unserer E-Bike-Woche im Wallis. Okay, meine Wortwahl wäre identisch gewesen für die Entgiftung, die ich vergangenes Jahr gemacht habe. Mit ayurvedischer Fastenküche, Yogaeinheiten und Magen-Darm-Tiefenreinigung. Auch das war heilend. Dieses Jahr sieht meine Heil-Kur eben anders aus und zeigt, dass auch übermäßiger Genuss nicht per se negativ sein muss. Ich erzähle Dir einfach mal ein bisschen von unseren Erlebnissen. Und am Ende entscheidest Du, ob die Genuss-Tour im Wallis vielleicht zu Deiner persönlichen Genuss-Kur wird.

Zwischen Rhonetal und 4000ern

Weinberge. Links und rechts und überall. Das ist das Erste, was mir auffällt, als Jesús und ich im Rhonetal ankommen. Bislang kenne ich die Gegend nur im Winter und bin überrascht, die Landschaft so verwandelt zu erleben. Am Bahnhof in Siders (französisch Sierre) folgen wir der roten Linie am Boden, die zum Funiculaire führt. Die 4 km lange Standseilbahn bringt uns zum Hochplateau von Crans-Montana. Uns erwartet mediterranes Klima auf 1495 Metern. 300 Sonnentage und die reinste Luftqualität der Schweiz machten Montana schon Ende des 19. Jahrhunderts zum beliebten Kurort. Von Genuss-Kur war damals wohl noch nicht die Rede. Sicher aber genossen die Gäste in den Sanatorien die Viertausender-Gipfelparade am Bergkamm gegenüber. Der Blick reicht vom Bietschhorn über Dom, Weisshorn und Matterhorn bis zum Mont Blanc. Das Panorama reizte auch die Hautevolee, die in den Siebzigerjahren die neu entstandene Feriensiedlung Crans-sur-Sierre für sich entdeckte. Heute sind die Orte verschmolzen zur Gemeinde Crans-Montana. Direkt darüber befindet sich der Plaine Morte, der größte Plateaugletscher der Alpen.

Das Wichtigste auf einen Blick

ANREISE

Klappt erstaunlich gut mit der Bahn: über Zürich und Visp bis Sierre, weiter mit dem Funiculaire nach Montana.

UNTERKUNFT

In zertifizierten Swiss Bike Hotels findet ihr alles, was das Radlerherz begehrt, in verschiedenen Kategorien.

LEIHRÄDER

Bei Best Wear gibt es super E-Bikes, mit denen wir problemlos Steigungen, Trails und Downhills fahren konnten.

Bike-Tour zu den Seen um Crans-Montana

Bereit für die erste Spazierfahrt. Von Crans-Montana geht es mit richtig guten Leih-E-Bikes von Best Wear zu den umliegenden Seen. Zum Einfahren sind die 9 km und 162 m Höhenunterschied gerade recht. Vom Ycoor-See in der Nähe unseres Startpunkts gelangen wir über Waldwege hinunter zum Briesses-See. Eine gemütliche Pause, dann geht es über den Moubra-See und den Grenon-See zurück zum Ausgangspunkt. Die genaue Routenführung findest Du auch online inklusive GPS-Daten.

Hüttenübernachtung mit Klasse

Zurück in Crans-Montana, ist die Radtour für uns noch nicht ganz erledigt. Es geht hoch in den Weiler Colombire. Wer Zeit hat, besucht das hiesige Ökomuseum, welches das Bergleben von 1930 in die Gegenwart holt. Eigentlich haben wir mit einer normalen Hüttenübernachtung gerechnet. Aber im dortigen Maiensäss ist alles vom Feinsten – die Fusion von Hüttenfeeling und Wohlfühl-Ferienhäuschen. Für den großen Hunger steht ein Gourmet-Korb bereit, Kostenpunkt 35 Franken pro Person. Das Drei-Gänge-Menü besteht aus Salat, frischer Pasta, Pflaumen-Tarte und einer Flasche Wein. Pappsatt sitzen wir später vor der Hütte und schauen hinüber zum Weisshorn, als hinge dort eine Kinoleinwand. Der heutige Film könnte „Pyramidal“ heißen. Denn das Weisshorn – der Diamant des Wallis – hat die Form einer fast perfekten Pyramide. Und ebenso pyramidal türmen sich die Gewitterwolken drum herum auf, doch zu uns zieht die Wetterfront nicht herüber. Stattdessen wird es so still, wie es nur abgeschieden in den Bergen werden kann. Himmlische Ruhe und eine Nacht, in der ich so gut schlafe, wie schon lange nicht mehr.

Feiner Brunch und wilde Trails

Das Frühstück wird uns oben im Restaurant serviert. Das Gebäude gehört zu den Hütten, steht aber etwas separat. Zum Alpenblick gibt’s fantastischen Cappuccino, frisches Brot und alles, was zu meinem persönlichen Lieblings-Brunch gehört. Um 9 Uhr ruft uns der Trail, es geht hinauf Richtung Vallée de la Tièche. Trotz des Wintertraums mit 140 Pistenkilometern wurde das Sommermärchen in Crans-Montana nicht mutwillig zerstört. Erstaunlich intakt präsentiert sich die Natur, in die wir heute eintauchen. Unzählige Wege führen die Berghänge hoch, hinüber, hinunter und drum herum. Uns begegnen während des Tages insgesamt sechs Wanderer. Ansonsten sind wir allein mit Wäldern, verwurzelten Pfaden, Felsformationen und dem Himmel, der irgendwo hinter der 4000er-Girlande dort drüben in den Walliser Alpen endet.

Ein paar technische Passagen sind drin, manchmal geht’s auch steil bergauf und bergab. Da hüpft das Abenteurerherz. Alternative Routen und Ausweichmöglichkeiten sind fast überall möglich. Am Nachmittag fahren wir die Serpentinen-Straße runter nach Sierre. Die wilde Bergwelt verändert sich immer mehr hin zu einer südländischen Vegetation. Es riecht nach Rosmarin, Thymian und Pinien. Nach der letzten Serpentine erreichen wir die Weinberge: Sie leuchten in allen erdenklichen Grüntönen in der Sonne. Die letzten Kilometer rollen wir bequem nach Sierre, wo uns im Hotel de la Poste die gastfreundlichen Hausherren und Lademöglichkeiten für unsere Fahrrad-Akkus erwarten.

Raclette im Château de Villa

Was wäre das Wallis ohne Raclette-Käse? Wir dinieren im vermutlich besten aller Raclette-Lokale der Gegend: im Château de Villa. Wir kosten Raclette aus fünf der umliegenden Täler, darunter auch Käse aus dem Val d’Anniviers – ein Vorgeschmack auf unsere dortige Tour in den nächsten Tagen. Dazu gibt es traditionell Kartoffeln, Essiggurken und eingelegte Zwiebeln. Nach diesen fünf nicht besonders dünnen Scheiben Käse ist der Standardmagen am Ende seiner Kräfte. Wo denn der Rekord läge, frage ich den Kellner. Bei unglaublichen 42, antwortet dieser. Er selbst schaffte 14. Mir reichen die fünf Scheiben und Jesús gönnt sich noch eine sechste. Dann sind wir gewappnet für den nächsten Tag und die Tour durch die Weinberge von Sierre.

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Radeln in den Weinbergen von Sierre

27 km stehen auf dem E-Bike-Programm, das sich „Découverte culturelle“ nennt: kulturelle Entdeckung. Von Sierre aus geht es zunächst recht flach und unanstrengend Richtung Loc. Von dort erwarten uns 18 km Aufstieg durch die Dörfer Chermignon-d’en Bas, Lens und Icogne. Wir radeln in einem Bilderbuch und können uns nicht sattsehen an den traditionellen Häusern, Bauerngärten, Scheunen und Wiesen. Wir machen die komplette Runde und die E-Bikes unterstützen uns gewaltig dabei. Wem die Route zu lang ist, der kürzt ab und findet in den Wäldern Trails und einfachere Alternativen. Ausweichmöglichkeiten gibt es quasi an jeder Ecke. Denn das Wallis verfügt über 1600 km MTB-Wege verteilt auf rund 100 Strecken.

Es ist schwer, ein Highlight des Tages herauszupicken. Wenn ich mich entscheiden müsste, fiele meine Wahl auf die Weinverkostung am Ende der Etappe in Corin. Wir sind damit fast zurück in Sierre und machen den kleinen Abstecher hinüber in das Dorf, in dem sich die Weinkellerei Cave Le Tambourin befindet. Der Winzer Ismaël Bonvin hat den richtigen Namen: guter Wein. Wie passend. Der Name des Weinguts, das seine Eltern 1987 gegründet hatten, beruht auf der Geschichte des Weinbaus im Wallis. Wenn es Zeit für die Arbeit war, ertönten in den Straßen Pfeifen und Trommeln. Auch Ismaëls Vater war ein begeisterter Trommler, so entstand der Name des Guts. Unter der Leitung von Ismaël und seiner Frau Madeline wuchs das Anwesen und auch das Ansehen. Medaillen vom Grand Prix des Vins Suisses, dem Mondial du Pinot Noir oder der Sélection des Vins du Valais sprechen eine deutliche Sprache. Ich verliebe mich in den Weißwein Petite Arvine, der einfach perfekt zu dem warmen Sommerabend und dem Trockenfleisch aus Lens passt. Leben wie Gott im Wallis.

MTB-Tour im Val d’Anniviers

Am Morgen nehmen wir den Postbus ins Val d’Anniviers. Unbedingt vorher die Bike-Mitnahme reservieren! Schnell geht es aus dem Rhonetal hinein in die verrückt hohen Berge des schmalen Tals. Die Straße quetscht sich an die steile Felswand, rechts fällt der Berg geradewegs ins Tal. In nur 26 km verändert sich die Kulisse vollständig. Selbst das Wetter schlägt um, Wolken hängen zwischen den Gipfeln der 4000-Meter-Riesen. Auch wenn sie wollten, sie könnten nicht weiterziehen. Nach unserer Aknuft erkunden wir die nähere Umgebung direkt mit den Bikes. Wir können uns vorstellen, warum das Tal so beliebt ist bei Skifahrern. Und auch im Sommer gibt es hier unzählige Möglichkeiten für Wanderer zwischen 500 und 4500 m über Null. Wer nicht nur im Fahrradsattel sitzen möchte, findet am türkisfarbenen Moiry-Stausee Erholung, besucht die Kupfermine von Zinal, den Planetenweg, den Abenteuerwald von Vercorin, den Klettersteig von Moiry oder den Suonen-Rundweg „Circuit des 3 bisses“. Zu entdecken gibt es mehr als genug.

Wellness und Gourmet in Chandolin

Wir begnügen uns mit einer kurzen Route durch die Berge um Chandolin. Nachmittags wart nichts mehr von uns gesehen. Zu schön ist der Wellness-Bereich im Chandolin Boutique Hotel. Jacuzzi mit Mountain View – Herz, was willst Du mehr? Zwischen dunklen Wolken, die über die fast schon zahllosen 4000 m hohen Gipfel ziehen, kommt die Sonne ab und an zum Vorschein. Wo ihre Strahlen auf die Erde fallen, wirken die Farben der Natur fast schon unnatürlich satt. Stunden vergehen, und der einzige Wunsch ist, dass die Zeit doch stehen bleiben möge. Tiefenentspannt schweben wir schließlich zu später Stunde Richtung Hotel-Restaurant zum Fine Dining: Schweizer Büffelmozzarella mit Olivenchips und Tomatenvariation; Zanderfilet an Pak-Choi-Blättern; Gianduja-Erdnussbutter-Schokoladen-Fondant mit hausgemachtem Sorbet. Crazy! Wenn Du auch so lecker dinieren möchtest, hüpf kurz rüber zu Instagram, dort verlosen wir ein Abendessen für zwei im Chandolin Boutique Hotel.

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Per E-Bike durch die stille Bergwelt

Wir schlafen wie auf Wolken. Wir essen wie Könige. Und wir radeln in einer stillen Bergwelt, die uns dem hektischen Alltag komplett entreißt. Das Wetter spielt nicht wirklich mit. Und trotzdem cruisen wir am Genusslimit. Wie kann das sein? Jesús hat vor ein paar Wochen über die Formel des Genusses sinniert und kam zu folgendem Ergebnis: ∫((Wer+Wo)^Details) dt. Das bedeutet: Ausschlaggebend für einen gelungenen Urlaub sind die Personen, mit denen man ihn verbringt. Ebenso wichtig ist die Location. Das Wetter spielt bei dieser Formel keine nennenswerte Rolle. Und das „dt“ – da ist der Freak mit Jesús durchgegangen. Doch was ein Erlebnis tatsächlich unvergesslich macht, sind die Details. Die Momente, die kleinen Freuden. Lachen bei einem guten Glas Weißwein mit Blick auf den Sonnenuntergang. Oder eine Schaukel, die einfach so am Wegesrand vom Baum hängt und auf der wir durch die Bergkulisse schweben. Durchatmen. Freiheit tanken. Wahrhaftig das gute Leben genießen. In Wallis Veritas.

E-Bike-Tourentipps

Anspruch

Lieber Abenteuer oder Cruisen? Im Wallis findest Du 1600 km MTB-Wege, davon viele für E-Bikes. Crans-Montana bietet 4 spezielle E-Bike-Routen.

Reisezeit

Das milde Wetter im Rhonetal ermöglicht herrliche Radtouren von Mai bis Oktober. In höheren Lagen sind die Monate Juni bis September sicherer.

Kartenmaterial

Im Tourismusbüro, in den Swiss Bike Hotels und online bekommst Du Karten, die Dir eine gute Übersicht über mögliche E-Bike-Touren verschaffen.

Rumkommen

Mit öffentlichen Bussen (diese heißen in der Schweiz „Postauto“) kannst Du Dich super fortbewegen. Für die Fahrradmitnahme vorher reservieren!

Ladestationen

Die Ladestationen sind an strategischen Orten angebracht, teilweise in den Bergen. Hier findest Du eine Übersicht von Crans-Montana mit Karte.

Weinfeste

In Wallis Veritas! Genieße die traditionellen Walliser Weinfeste wie Offene Weinkeller, Salon des Vins et Terroir oder Le Temps du Cornalin.

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Diese Medienreise wurde unterstützt von Crans-Montana Tourisme & Congrès, Sierre Tourisme und Tourismus Val d’Anniviers. Die Inhalte und meine persönliche Meinung, die ich in diesem Beitrag wiedergebe, wurden dadurch nicht beeinflusst.

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Hochtour Breithorn https://about-ju.com/hochtour-breithorn/ https://about-ju.com/hochtour-breithorn/#respond Sat, 28 Aug 2021 15:22:17 +0000 https://about-ju.com/?p=1007 Wanderungen Summit Style Mit Zahlen hab ich es nicht so. Aber dass 4000 Meter in den Bergen irgendwie besonders sind, hat mein mathematisches Gehirn verstanden – spätestens, als ich bei der Women-Peak-Challenge auf dem Weg zu meinem ersten Viertausender die letzten Meter zum Gipfel des Breithorns im Takt schnaufte. Von Judith Beck Was Dich in […]

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Wanderungen

Summit Style

Mit Zahlen hab ich es nicht so. Aber dass 4000 Meter in den Bergen irgendwie besonders sind, hat mein mathematisches Gehirn verstanden – spätestens, als ich bei der Women-Peak-Challenge auf dem Weg zu meinem ersten Viertausender die letzten Meter zum Gipfel des Breithorns im Takt schnaufte.

Von Judith Beck

Was Dich in diesem Artikel erwartet

Was wird die größere Challenge: einen 4000-Meter-Gipfel zu erreichen oder mit einem reinen Frauenteam unterwegs zu sein? Für mich war die Antwort klar. Schritt für Schritt und angeleitet von einer erfahrenen Bergführerin, machte ich mir wegen der Tour im Hochgebirge überhaupt keine Sorgen. Wohl aber wegen der Gruppe. Ich bin so ein Good-Vibes-Only-Typ und reagiere allergisch auf Zank und Zickerei. Wenn es in einer Gruppe harmoniert, werden Erlebnisse unvergesslich. Aber wenn nicht, falle ich zusammen wie ein Häufchen Elend.

Sämtliche Grübeleien sind noch weit entfernt, als ich mit dem Railjet nach Zürich fahre und von dort immer weiter hinein in die fantastische Bergwelt der Schweiz. Seen und noch mehr Seen, Berge und noch mehr Berge. Ich träume vor mich hin, bis ich schließlich in Bellinzona stehe, anstatt über eine Stunde zuvor in den Zug Richtung Andermatt gewechselt zu haben. Die 26 Grad warme Luft beim Aussteigen zeigt mir schonungslos, wo ich gelandet bin: fast in Italien. Mit Daunenjacke und Softshell-Hose bin ich im falschen Film und frage den Schaffner, was ich jetzt tun kann. „Sie haben Glück“, sagt er. „In 15 Minuten geht ein Zug zurück.“ Dieses Mal verpasse ich nicht den Umstieg in die Matterhorn-Gotthard-Bahn hinauf nach Andermatt. Im Schritttempo bummelt der Zug dahin. Umso besser, denn ich genieße jede Sekunde der 15-minütigen Fahrt. Das Fenster meines Waggons, den ich ganz für mich habe, ist bis zum Anschlag geöffnet. Höhenluft. Sie riecht dünn, aber irgendwie auch reich gefüllt mit einem kräftigen Fichten-Odeur, einem Hauch von Fels und einem Spritzer Wasser. Durch die Teufelsschlucht gelangen wir nach Andermatt.

Das passende Bergsteiger-Team

Trotz meiner Schweiz-Rundfahrt reicht die Zeit für einen Spa-Besuch im Radisson Blue Hotel. Beim Schwimmen beobachte ich die anderen Leute und überlege, wer von meiner Gruppe sein könnte. Ich habe die Wahl zwischen der mit Schmuck behangenen Luxustussi und der 100 Kilo schweren Rentnerin. Eine Stunde später lerne ich meine Bergsteiger-Kolleginnen beim Get-together in der Lobby kennen – darunter keine meiner Spa-Bekanntschaften. Stattdessen die Fashion-Redakteurin Malin, die Travel-Bloggerin Raquel, die National-Geographic-Journalistin Olga … „I am Elena. I work for the Spanish magazine Oxígeno. Like here, no? Very good oxygen”, höre ich eine Stimme mit spanischem Akzent hinter mir. Ich weiß, ich bin mit meiner Studiererei in Valencia und meinem Spanier zuhause vorbelastet, aber mir geht einfach das Herz auf, wenn ich Spanier reden höre <3 Nach dem ersten gemeinsamen Abend habe ich das Gefühl, dass diese Bergtour mit unserem bunten Hühnerhaufen aus 12 Journalistinnen aus ganz Europa ziemlich cool und sehr stilbewusst werden könnte. Zur Feier des Tages lackiere ich meine Nägel pink. Hashtag Summitstyle.

Hochtour zum Breithorn auf einen Blick

TERRAIN

Je nach Temperaturen auch im Sommer Schneefall möglich. Entsprechend unterschiedliches Terrain mit Eis, Schnee und teilweise Gletscherspalten. Keine felsigen Abschnitte.

TECHNIK

Trittsicherheit und Routine am Berg notwendig. Seil, Steigeisen, Eispickel und Klettergurt obligatorisch. Wer mit einem Bergführer geht, benötigt keine alpine Erfahrung.

FITNESS

Sehr gute Kondition erforderlich. 5 Stunden Gehzeit, bis zu 700 Höhenmeter. Vorbereitung durch längere Wanderungen, Laufen, Nordic Walking sowie gezieltes Krafttraining.

Vom Klettersteig in den Glacier Express

In Andermatt ist unser 4000er, das Breithorn, noch recht weit entfernt. Fußläufig erreichbar ist hingegen die Teufelsschlucht und die Via Ferrata Diavolo. Einige von uns haben noch nie einen Klettersteig gemacht. Also fühle ich mich wie Mama Ju und gebe Tipps, Aufmunterung, Anfeuerung und alles, was eben gerade gebraucht wird. Weil einer unserer Damen Anstrengung und Höhe nicht gut bekommen, brauchen wir für den Klettersteig länger als gedacht – viel länger. Oben gibt’s entsprechend ein Turbo-Gipfelfoto und schon rennen wir hinten den Berg hinunter, denn der gebuchte Glacier Express wartet nicht auf uns. Auf halbem Weg ins Tal wird uns klar, dass wir nicht rechtzeitig ankommen werden. Wir sind verzweifelt. Falls Du jemals mit diesem Orientexpress der Schweiz gefahren bist oder davon gehört hast, weißt Du warum: Ein Schlemmer-Menü am Panoramafenster mit weiteren Panoramafenstern an der Decke für die perfekte Gletschersicht wartet auf uns – besser gesagt wartet nicht.

Als wir um die nächste Kurve biegen, sehen wir, wie der Glacier Express an der Haltestelle vor Andermatt steht. Wir rennen hin und versuchen die Zugleiterin zu überreden, dass sie uns mitnimmt – verschwitzt und verziert mit Klettergurten, Seilen und Pipapo, und natürlich ohne Tickets, weil diese bei unserem Gepäck im Tal liegen. Schließlich glaubt sie uns, wir begeben uns auf unsere reservierten Nobelplätze, holen in Andermatt im Laufschritt unser Gepäck und sind schließlich schwitzend aber euphorisch auf dem Weg nach Zermatt. Was haben wir für einen Spaß! 12 reiseverrückte Mädels unterhalten sich kreuz und quer in 5 Sprachen, lachen und fotografieren. Gut, dass wir die einzigen in unserem Waggon sind. Hashtag Summitstyle 😛

Höhenkrank im Rifugio Guide del Cervino

Zermatt empfängt uns regnerisch. Das Matterhorn sehen wir erst am nächsten Morgen. Edel sieht das Wahrzeichen der Schweiz aus in seinem weißen Gewand. Mit der höchsten Seilbahn der Alpen geht es 2275 Höhenmeter aufs Klein Matterhorn. +18 Grad im Tal, -3 Grad am Berg. Dichter Nebel hüllt uns ein, begleitet uns den Weg über die Piste des Gletscher-Skigebiets hinab zum Rifugio Guide del Cervino an der Grenze zu Italien. Pasta, Rotwein und Cappuccino aus der Siebträgermaschine machen mich normalerweise glücklich. Heute nicht. Wir sind auf 3480 Metern und mein Körper dreht am Rad. Kopfweh, Schwindel, Bauchgrummeln – Zeit, ins Bett zu gehen. Doch schlafen kann ich auch nicht, und ich bin nicht die Einzige.

ST - 100% Woman Peak Challenge Breithorn

Einfacher Viertausender mit Tücken

Entsprechend unfit fühlen wir uns, als wir morgens um 5 Uhr frühstücken. Eine Stunde später brechen wir auf. Obwohl das Breithorn einer der einfachsten Viertausender der Alpen ist, fühlen wir uns wie vor einer großen Expedition. Behangen mit Klettergurt, Eispickel, Seil und Steigeisen geht’s in alpine Gefilde – für einige von uns zum allerersten Mal. Auf Höhe des Klein Matterhorns verlassen wir die Skipiste und gehen nun über ein weites Gletscherfeld. Atemberaubend schön, und tatsächlich auch atemberaubend ohne schön. Die Höhe dominiert den Körper. Der Kopf ist ein bisschen schwindelig, der Bauch motzt, die Lunge lechzt nach Sauerstoff. Dass wir gestern 2275 Höhenmeter in einem Rutsch mit der Gondel überwunden haben, ist kein Zuckerschlecken für den Organismus. Dabei ist es schon fast egal, ob man schnell hoch oder schnell runterfährt – beides haut einen höchstwahrscheinlich aus den Latschen, das muss einem bewusst sein.

Ohne alpine Ausrüstung geht nichts

Der Weg zum Breithorn ist an sich nicht schwer, wir haben aber auch Glück mit den Schneeverhältnissen. Wenn so wie jetzt recht viel Schnee liegt, sind eisige Passagen selten und über die Gletscherspalten führen gefrorene Schneebrücken. Einen Bergführer sollten Unerfahrene dennoch dabei haben, und eine alpine Ausrüstung ist Pflicht. Es ist in diesem Gelände unverzichtbar, ins Seil eingebunden zu sein. Vier Stunden sind wir unterwegs. Vier Stunden, in denen der Wind uns Nebel und Wolken schickt, in denen der Himmel abwechselnd zuzieht und aufreißt. Kurz vor dem Gipfel sehen wir nicht viel mehr als unsere Vorderfrau. Malins schwarze Haare sind jetzt weiß, umhüllt von gefrorenem Nebel.

Aussicht aufs benachbarte Matterhorn

Ohne es zu merken stehen wir plötzlich auf dem Gipfel des Breithorns, unserem ersten 4000er! Euphorisch rennt unser bunter Hühnerhaufen durcheinander. Hier liegt ein Pickel, dort fliegt ein Trekkingstock. „Cervino, Cervino!“, ruft Elena. Aus dem Nichts erscheinen um uns her unzählige Gipfel des Wallis, darunter so viele 4000er wie nirgendwo. Zum Greifen nah steht das Matterhorn neben uns, ich könnte heulen vor Glück. Selbst wenn sich bei -3 Grad und Wind meine Hände in den Sparmodus verabschiedet haben, und mein Handyakku ebenfalls. „Cervino“, ruft Elena wieder. „Welcher ist denn dieser Cervino, von dem alle reden?“, frage ich. Darauf fällt Elena fast um vor Lachen. Für alle, die es ebenfalls nicht wussten: So heißt im Italienischen das Matterhorn, welches dort mindestens genauso verehrt wird wie in der Schweiz.

Ich kann nicht sagen, was mich in diesem Moment glücklicher macht. Es geschafft zu haben, den ersten 4000-Meter-Gipfel meines Lebens bestiegen zu haben. Oder dieses Erlebnis mit Leuten zu teilen, die in nur wenigen Tagen zu Freunden geworden sind. Wahrscheinlich ist es die gelungene Mischung aus beidem, die diesen Augenblick in mein Gedächtnis brennt, als hätte ich an dieser Stelle ein Lesezeichen gesetzt.

Tipps für Deine Hochtour

4000er für Einsteiger

Die „einfachsten“ Viertausender der Alpen sind das Breithorn, Allalinhorn, Weissmies, Bishorn und Gran Paradiso. Diese eignen sich auch für Anfänger.

Mit Bergführer?

Wer ohne Guide geht, muss richtig anseilen und eine Spaltenbergung durchführen können. Für alle anderen gibt es Anbieter wie die Mammut Alpine School.

Alpine Ausrüstung

Bergsteiger-Equipment ist grundsätzlich obligatorisch aufgrund von Gletscherspalten. Dazu zählen Seil, Klettergurt, Pickel, Steigeisen, Karabiner etc.

Bergsteiger-Klamotten

Unerlässlich für die Hochtour sind eine sehr gute Sonnenbrille oder Gletscherbrille, Teleskopstöcke, dicke Handschuhe, Softshell-Hose und Daunenjacke.

Equipment leihen

Du musst Deine alpine Ausrüstung nicht kaufen, sondern kannst diese meist über den Bergführer leihen. Kleidung und Sonnenbrille benötigst Du selbst.

Gefahren am Gletscher

Das Wetter kann besonders in der Höhe schnell umschlagen. Gletscherspalten können ebenso tückisch sein wie unerwartete Kälte, Windböen oder Gewitter.

Werbehinweis und Fotos
Diese Medienreise wurde unterstützt von Schweiz Tourismus. Die Inhalte und meine persönliche Meinung, die ich in diesem Beitrag wiedergebe, wurden dadurch nicht beeinflusst. Fotografie während der Reise von Schweiz Tourismus / Nicole Schafer.

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Aktivurlaub an der Amalfiküste https://about-ju.com/amalfi-cilento/ https://about-ju.com/amalfi-cilento/#respond Wed, 07 Jul 2021 17:46:11 +0000 https://about-ju.com/?p=806 Aktivurlaub Amalfi und Amore Auf dem „Pfad der Götter“ entlang der Amalfiküste nach Positano wandern oder mit dem Mountainbike auf einsamen Straßen im Cilento Nationalpark radeln: Touren- und Insider-Tipps für Süditalien inklusive Entspannung beim Stand-up-Paddeln oder Windsurfen am Meer. Was Dich in diesem Artikel erwartet Napoli, Napoli Anreise in den Cilento Nationalpark Aktivwoche im Frosch […]

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Aktivurlaub

Amalfi und Amore

Auf dem „Pfad der Götter“ entlang der Amalfiküste nach Positano wandern oder mit dem Mountainbike auf einsamen Straßen im Cilento Nationalpark radeln: Touren- und Insider-Tipps für Süditalien inklusive Entspannung beim Stand-up-Paddeln oder Windsurfen am Meer.

Was Dich in diesem Artikel erwartet

Strand oder Berge, wandern oder radeln, Pizza oder Pasta – Bella Italia beschert uns doch eigentlich immer die Qual der Wahl. Gut, dass ein Urlaub in Süditalien oft mindestens eine Woche dauert, manchmal auch zwei. Genügend Zeit also, um ausgiebig Mittelmehrluft zu schnuppern, die schönsten Wanderwege und Trails abzuklappern und sich einen gebührenden Vorrat an italienischem Essen anzufuttern. Auf einer Aktivwoche von Frosch Sportreisen in Kampanien habe ich zusammen mit Sabrina vom Outdoor-Blog Couchflucht superschöne Touren und neue Sportarten entdeckt, die ich Dir nicht vorenthalten möchte.

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Napoli, Napoli

„Es lebe der Sport“, singt Rainhard Fendrich. „Er ist gesund und macht uns hort. Er gibt uns Kraft, er gibt uns Schwung. Er ist beliebt bei oid und jung.“ Wie recht er doch hat! Sport ist mein Lebenselixier, mein Ventil, meine Droge. Vor mir liegt eine Woche Urlaub mit Wandern, Mountainbiken, Tauchen, Windsurfen, Stand-up-paddeln, Beachvolleyball … hach! Endlich weg mit dem Sommerspeck! Voller Vorfreude steige ich in München ins Flugzeug. Ziel: Neapel. Diese berühmt-berüchtigte Stadt fast unten im Stiefel, wo ich nie war und immer hin wollte. Was wird mich erwarten? Italien ist Italien, oder nicht? Die Betonung liegt auf „nicht“. Dass Süditalien anders tickt, merke ich bereits im ersten Café. English? No! Deutsch? Niente! Also probiere ich es auf Spanisch. „Un café, por favor“, sage ich. „Cuanto es?“ 1 Euro. Dann noch einen, bitte! Der Espresso soll das einzige bleiben, was auf meiner Reise in Kampanien schnell geht – alles andere wird eher mit der Gemütlichkeit eines Latte Macchiatos angegangen. Das macht mich als Deutsche zunächst verrückt, spätestens Mitte der Woche tiefenentspannt.

Anreise in den Cilento Nationalpark

Regelmäßige Züge von Deutschland (z. B. München) nach Neapel. Umstieg in den Zug über Salerno nach Ascea (www.trenitalia.it). Mit dem Taxi zum Donna Rumma Hotel.

Du nimmst am besten die Autobahn über Mailand, Bologna, Florenz, Rom, Neapel bis Salerno. Dort fährst Du weiter Richtung Reggio Calabria, Ausfahrt Battipaglia.

Vom Flughafen in Neapel sind es 160 km zum Frosch Sportclub im Cilento. Mit dem sind es 90 Minuten bis Ascea. Alternativ mit dem Kleinbus von Frosch Sportreisen.

Aktivwoche im Frosch Sportclub in Kampanien

Check-in im Frosch Sportclub an der Cilento-Küste in Marina di Casal Velino. Im Donna Rumma Hotel ist das Ambiente mit weiß gekalkten Wänden und palmenumrahmtem Pool viel eleganter als ich es von einem Sportclub erwartet hätte. Hinter dem Pool beginnt schon der Strand, mit Beachvolleyballfeld, Surfhütte und natürlich: dem Meer. Schuhe und Socken aus, der feine Sand drückt sich zwischen meine Zehen. Wellen schwappen an den Strand und verwischen meine Spuren. Während die Sonne am Horizont im Meer verschwindet, schmiede ich Pläne für den nächsten Tag. Noch nie war ich beim Windsurfen oder Tauchen. Beides steht morgen auf dem Programm.

Was das Outdoor-Herz begehrt

Kennst Du das Gefühl, wenn Du einen Sport bislang nur von Videos und Fotos kennst, und endlich legst Du selbst los? Ich hoffe ganz oft, dass mir der Sport dann bitteschön NICHT gefallen möge. Wer hat schon Zeit und Geld, alle Sportarten dieser Welt zu betreiben? Zu oft habe ich mich schon schockverliebt. Der Keller ist voll mit Liebesbeweisen: zwei Kajaks, zwei Räder, Inline-Skates, drei Paar Wanderschuhe, Kletterausrüstung, Tennisschläger, Volleyball-Equipment, Reitsachen, drei paar Skier, zwei Snowboards, Schlittschuhe – und Du weißt nicht, wie viele weitere Sportarten wie Wakeboarden, Kiten oder Gleitschirmfliegen ich mir schon verkniffen habe. Aber jetzt bin ich erst einmal hier im Cilento Nationalpark direkt am Meer. Neben mir steht eine Surfer-Bude, die bis an den Rand gefüllt ist mit Material. Hinter dem Hotel die Garage für die Mountainbikes. Alles mundgerecht vorbereitet für den Aktivurlaub vom Feinsten.

Kurzer Italien-Reise-Knigge

Beim Abendessen treffe ich auf die anderen Gäste. „Urlaub wie mit Freunden“ ist das Motto von Frosch Sportreisen. Viele reisen allein, sitzen am ersten Abend aber bereits zusammen am Tisch, als würden sie sich ewig kennen. Jan aus Berlin, Anne aus Düsseldorf, Familie Niederlechner aus Bayern. Meine einzige Bekannte ist Sabrina, und die kenne ich bislang nur virtuell. Es ist das erste Mal, dass wir uns im Reallife treffen. Es geht uns wie vielen anderen Frosch-Gästen: Man könnte meinen, wir wären schon lange befreundet. Zum Gläschen Weißwein bestelle ich Pasta mit Meeresfrüchten. Bitte mit Parmesan. „Nooooo!“, sagt der Kellner und weint fast. Die Pasta wird geliefert, auf den Parmesan werde ich den Rest des Abends vergebens warten. Mountainbike-Guide Aram setzt sich zu uns, wir gehen die Routen für die Woche durch. „Versucht, euch ein bisschen von der entspannten Art der Einheimischen anstecken zu lassen“, empfiehlt er. „Und ganz wichtig: Bestellt keine Fischpasta mit Parmesan! Das geht für die Italiener gar nicht“, erklärt er mit hochgezogenen Augenbrauen. Ich nicke unschuldig – und werde am nächsten Tag Fischpasta essen und mir den Parmesan heimlich selbst von dem kleinen Beistelltisch in der Ecke holen.

Windsurfen unter der Sonne Süditaliens

„Ich bin dann mal beim Windsurfen in Süditalien.“ Wie schön das klingt! Ungefähr genauso schön wie: „Ich bin dann mal beim Tauchen in Süditalien“ – oder beim Wandern oder Biken oder Beachvolleyball spielen. Das Coole daran: Ich werde alles machen! Yay! Theoriestunde. Vor der Surfer-Bude sitzen wir an der Sonne und Sophie erklärt uns die wichtigsten Grundbegriffe von Brett und Rick. Nach zwei Stunden sind wir fit genug, um die ersten Stehversuche im Wasser zu wagen. Fester Stand, Rick hochziehen, eindrehen, Balance finden, losfahren. Erst später sehe ich das Video, in dem ich auf dem Surfbrett stehe wie ein Snowboarder, breitbeinig, tief im Knie – sieht aus wie Arsch und Friedrich. Aber in diesem Moment auf dem Wasser sehe ich mich nicht. Ich fahre! Ach was, ich fliege über die Wellen – wenn auch in Zeitlupe. Ich kann es kaum glauben, dass es auf Anhieb funktioniert und fühle mich sehr talentiert.

(Ein)Tauchen in die Cilento-Küste

Nach dem Erfolgserlebnis bin ich glückselig und mache mit den Experimenten am Nachmittag gleich weiter. Tauchen. Als klaustrophobisch veranlagter Mensch kann ich mir kaum vorstellen, mich unter Wasser auf eine Sauerstoffflasche zu verlassen und hinabzugleiten in die dunklen Tiefen des Ozeans. Doch weil alle von der großen Freiheit in dieser Parallelwelt sprechen, will ich es unbedingt ausprobieren. Wieder Theoriestunde. Wir lassen uns geschmeidig sonnen, während Tauchlehrer Dave (Dave and Dive?) uns in die Geheimnisse dieses süchtig machenden Sports einweiht. In voller Montur stürzen wir uns sodann in den Pool, machen Druckausgleich und pusten mit der Nase unter Wasser die Brille trocken. Auf dem Weg zur tiefsten Stelle des Pools bekomme ich den Druckausgleich nicht hin, panike ein bisschen, pruste rum und breche ab. Irgendwie bin ich froh darüber, dass mir ein Sport mal nicht auf Anhieb gefällt – vor allem angesichts meines erwähnten vollen Kellers.

Trail-Time: MTB im Cilento Nationalpark

Zu dem Zeitpunkt habe ich noch nicht mit dem nächsten Tag gerechnet. Eine Mountainbiketour inklusive Trail steht auf dem Programm. Noch nie gemacht. Dass mir das gefallen wird, weiß ich schon, bevor es losgeht – weil ich früher mal Motocross probiert habe und damals auch Feuer und Flamme war. Um 9 Uhr starten wir am MTB-Pool hinter dem Hotel. Der Trail will verdient sein. Zunächst geht’s 900 Meter in die Höhe, verteilt auf 30 Kilometer, viel Beinarbeit. Das macht heutzutage fast keiner mehr. „Muskel-Bikes“ nennt man normale MTBs jetzt, hab ich mir sagen lassen. Der Cilento Nationalpark wirkt, als wäre er von den Touristenmassen, die sich an der nahegelegenen Amalfiküste tummeln, völlig übersehen worden. Wir radeln auf kaum befahrenen Straßen durch ursprüngliche Dörfer. Einheimische winken, rufen uns zu, schauen uns nach. Äste, schwer bepackt mit Maroni, hängen tief über den Straßen. Zwischen ihnen reicht der Blick hinunter zum türkisblauen Meer, dessen Strand auch ohne Bettenburgen auskommt. Dann kommt der Trail. Im Geschwindigkeitsrausch staube ich an Oliven- und Apfelbaumplantagen vorbei der Küste entgegen. Jede Sekunde hochkonzentriert. Keine Zeit über etwas anderes nachzudenken als die kurvige Schotterpiste vor mir, die nach jeder Ecke neue Überraschungen bereithält.

Liebe Amalfiküste <3

Es ist ein starkes Stück. Viele Jahre habe ich darauf gewartet, Dich persönlich kennenzulernen und auf Deinem göttlichen Sentiero degli Dei zu wandeln. Jetzt ist es soweit – und dann so ein Wetter: Sturmböen, Starkregen, Hagel. Geht’s noch? Ich habe recherchiert: Die Google-Server sind voll mit lieblichen Bildern von Dir, die mir jetzt vorkommen wie Fake News.

Du bist eigentlich eine Musterschülerin unter den Sehenswürdigkeiten, weil Du trotz des ganzen Hypes, der um Dich gemacht wird, Dir selbst treu geblieben bist. Keine Aussichtsplattformen, keine Souvenirshops alle zwei Meter fünfzig, keine hochmodernen Bauten in Deinen traditionsreichen Dörfern. Alles wirkt malerisch und original, weil es eben original ist. Du bist ein Traum in weiß-blau – Bayern könnte neidisch werden.

Aber heute hast Du offensichtlich schlechte Laune. Fünf Minuten nach dem Startpunkt in Agerola läuft mir das Wasser in die wasserdichten Gore-Tex-Stiefel von oben rein; die Rucksackhülle hält nicht das, was der Hersteller verspricht; und mit meinem wenig sturmerprobten Regenschirm sehe ich bald aus wie Mary Poppins. Die Wolken kommen sogar von unten, ziehen vom Meer die Steilküste herauf und hüllen uns ein wie in Rauch. Das auch noch genau an der Stelle, wo es vergangenen Sommer brannte und ich für einen Moment nicht sicher bin, ob nun dichter Rauch oder Wolken aufsteigen.

Völlig durchnässt retten Sabrina, Gerhard und ich uns schließlich unter einen Felsvorsprung – und lernen Dich zehn Minuten später von Deiner schönsten Seite kennen: türkisfarbenes Wasser und verträumte Fischerdörfer, die kunterbunt angemalt an Deinen Hängen hängen. Dazu ein Wanderweg, der von Anfang bis Ende einen traumhaften Blick aufs Meer zulässt.

Du kommst mir ein bisschen vor wie mein Jugendschwarm. Der konnte auch garstig sein und mich im nächsten Moment wieder um den Finger wickeln. Man kommt einfach nicht umhin, Deine mediterrane Leichtigkeit so tief einzuatmen, dass sie im Langzeitgedächtnis hängen bleibt. Dann schlendert man durch Positano und lebt dieses Märchen aus tausend und einer Pracht.

5 Tipps für deine Wanderung auf dem Pfad der Götter nach Positano

1 Wanderausrüstung für den Pfad der Götter
Der Sentiero degli Dei hat keine nennenswerten Steigungen, ist sehr gut präpariert und entsprechend schön zu gehen. Trotzdem solltest Du gute Wanderschuhe haben und genügend Proviant für den Weg. Es gibt zwischen Agerola und Positano keine Einkehrmöglichkeit. Sonnenschutz ist für heiße Tage sehr wichtig, da es nicht viel Schatten gibt.

2 Wetter an der Amalfiküste
Das Wetter an der Amalfiküste kann schnell umschlagen. Dann wird die Kombination aus Felsen, Wasser und Steilhängen zum Inferno. Besser auf die Wettervorhersage achten und diese ernst nehmen! Es gibt zwischen Agerola und Positano keine Unterschlupfmöglichkeiten.

3 Bester Fotospot mit Blick auf Positano
Sobald Du einen Blick auf Positano werfen kannst, halte Deine Kamera bereit. Ich finde das Motiv faszinierend, obwohl oder gerade weil es hier vor nicht allzu langer Zeit gebrannt hat. Eine erstaunliche Kulisse aus dem verklärten Türkis des Meeres, den weißen Häusern Positanos und den schwarzen Äste ringsumher. Einige Meter weiter wird der Weg wieder grün und Du hast nun das typische Postkartenmotiv.

4 Schönstes Café direkt am Sentiero
Am Ende des Pfads der Götter kommt linker Hand ein kleiner Straßenkiosk. „Quiosko del Sentiero degli Dei“ steht auf dem Holzschild, das unübersehbar über dem Fußweg hängt. Der Aussicht von der Terrasse ist top, der Cappuccino ebenfalls.

5 Mit dem Schiff entlang der Küste nach Salerno
Zum Sonnenuntergang entlang der Amalfiküste von Positano bis Salerno – das klingt doch wie ein Traum. Ist es sicher auch. Allerdings war der Wellengang nach besagtem Sturm immer noch enorm, sodass wir auf diese Märchenfahrt verzichten mussten. Stattdessen nutzten Sabrina und ich die Zeit für Bilder am Strand, vor der Kulisse Positanos. Die Wellen klatschten so gegen die Hafenmauern, dass sie in einer großen Fontäne in die Höhe spritzten und als grandioses Detail zum Fotomotiv beitrugen.

SUPen und Beachen in meiner Chilla Villa

Zurück im Donna Rumma Hotel. Und noch genügend Zeit für ein paar schöne Wanderungen und Entspannungsprogramm. Schaut mal bei Sabrina vorbei, die beschreibt unsere Wanderungen in die nähere Umgebung en détail. Als alte Kajakerin schnappe ich mir das SUP. Schließlich bin ich hier, um Neues auszuprobieren. Wobei ich gestehen muss, dass Stand-up-Paddeln eigentlich gar nichts Neues ist. Als Kind hab ich mir schon immer das Surfbrett von meinem Vater geschnappt und bin damit auf den Bodensee rausgepaddelt. Heute heißt das SUPen und ist irre trendy. Aber Spaß macht es genauso sehr wie damals. Vor dem Abendessen geht eigentlich fast täglich eine Beachvolleyballrunde zusammen. Dann spielen wir, bis wir den Ball eher hören als sehen, wenn er angeflogen kommt. Gott sei Dank wird niemand von ihm erschlagen. Dann sitzen wir glückselig im Hotelrestaurant. Pasta mit Meeresfrüchten – natürlich mit Parmesan zur Feier des letzten Abends. Eine Woche ist viel zu schnell vorbei. Ich bin vollgetankt bis obenhin, mit Bewegung, mit Freude, mit Kraft, mit neuen Freundschaften. Er wird in Erinnerung bleiben – mein „Urlaub wie mit Freunden“.

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Die schönsten Orte auf Mallorca https://about-ju.com/schoenste-orte-mallorca/ https://about-ju.com/schoenste-orte-mallorca/#respond Sun, 21 Mar 2021 11:08:18 +0000 https://about-ju.com/?p=677 Was kann man auf Mallorca machen außer Strandurlaub? Insider-Tipps für den Aktivurlaub, die schönsten Orte auf Mallorca und Highlights.

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Aktivurlaub

Die schönsten Orte auf Mallorca

Was kann man auf Mallorca machen, außer baden und am Strand entspannen? Hier bekommst Du Insider-Tipps für Deinen Aktivurlaub und findest die schönsten Orte auf Mallorca, Sehenswürdigkeiten und Highlights der größten Balearen-Insel.

Was Dich in diesem Artikel erwartet

Zeit für eine Auszeit von der „Auszeit“. Erholung vom Alltag in der Pandemie suchen und finden im Moment viele beim Urlaub auf Mallorca. Zwar hängt der Ansturm auf die größte Balearen-Insel klar mit den mangelnden Alternativen zusammen. Das tut jedoch der Tatsache keinen Abbruch, dass Mallorca eine traumhaft schöne Insel ist, auf der es viele Orte und Sehenswürdigkeiten zu entdecken gibt. Gerade wer aktiv sein will, findet in der hügeligen Landschaft der spanischen Insel unzählige Möglichkeiten. Und nicht selten ist man ganz allein – selbst in der Hauptsaison.

Als ich in Spanien studiert habe, war ich mehrmals auf Mallorca. Weil ich im Kader der Volleyball-Mannschaft der Uni Valencia war, hatten wir auf den Balearen oft Spieltage. Da habe ich die Insel von ihrer authentischen Seite kennen gelernt. Nicht nur Mallorca, sondern auch die Mallorquiner, ihre Lebensart und die ganze Bandbreite des spanischen Charmes, der laut und mit jeder Menge Alegría daher kommt.

Für Dich habe ich nun meine Erfahrungen zusammen gestellt. Hier kommen die schönsten Orte auf Mallorca, die Du in Deinen Urlaub einbauen kannst, ohne auf Entspannung zu verzichten. Am besten, Du packst sie gleich in Deinen Koffer. Buen viaje!

1

Beeindruckende Steilküste Cap Formentor

Ein Traum aus grauem Fels und blauem Wasser bis zum Horizont. Das Cap Formentor ist der nördlichste Punkt Mallorcas. Der Blick aufs endlose Meer hinaus ist fantastisch. Seit 1892 thront ein Leuchtturm auf dem höchsten Punkt des Cap Formentor. Wenn Du dort stehst, fällt vor Dir die Steilküste geradewegs ins Wasser. Die Mallorquiner nennen die Halbinsel auch „Treffpunkt der Winde“. Die Winde, die sich hier treffen, sind auch auf dem spanischen Festland sehr bekannt. Der Tramontana ist ein kalter, schneller Wind aus dem Norden. Der Poniente hingegen ist der heiße Wind aus dem Westen, von dort, wo die Sonne untergeht. Das heißt auf Spanisch: „donde se pone el sol“. Der Levante aus dem Osten bringt Regen. Fazit: Am besten ist es, wenn ihr am Cap Formentor überhaupt keinen Wind habt.

2

Wandern in der Serra de Tramuntana

Aktivurlauber kennen Mallorca seit langem als fantastisches Ziel für Wanderreisen und Radtouren. Die Kombination aus Sport in der Natur und Entspannung am Strand ist immer möglich. Und genügend Höhenmeter sind in der bergigen Landschaft auf jeden Fall drin. Für Wanderungen gibt es wunderbare Wege in der Serra de Tramuntana, dem Haupt-Gebirgsmassiv Mallorcas, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Dieses nimmt den gesamten West- und Nordwestteil Mallorcas ein. Einsamkeit auf einer Insel, die eigentlich bekannt ist für Ballermann und deutschen Lifestyle am Strand von El Arenal? Mein Bild von Mallorca ist ein komplett anderes. Denn diese Insel kann so viel mehr. Dass Mallorca ein Wanderparadies ist, zeigt nicht zuletzt der bekannte Fernwanderweg GR221. Er führt auf 140 km von Port d‘Andratx nach Port de Pollença. Bei den Mallorquinern heißt der Wanderweg „La Ruta de Pedra en Sec“. Das heißt so viel wie Trockenmauerweg, was mit den Trockenmauern auf weiten Teilen des Pfads zusammen hängt. Achtung: Der GR221 ist nur für erfahrene Wanderer mit guter Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit geeignet!

3

Bergdörfer und der Gebirgssee Gorg Blau

Wir bleiben erst einmal im Tramuntana-Gebirge, weil es hier so einiges zu sehen gibt. Ganz in der Nähe des höchsten Gipfels Puig Major mit 1445 m, befindet sich der Stausee Gorg Blau, der blau bis türkisfarben leuchtet. Eine Kulisse wie in den Alpen, nur mit südländischer Vegetation auf dem kargen, felsigen Boden. Bereits die Anreise zum See führt vorbei an malerischen Orten, die einen kurzen Stopp wert sind. Beispielsweise die Bergdörfer Fornalutx und Deià, die wie aus dem Bilderbuch anmuten und dazu einladen, bei einem „Cortado“ – einem kurzen Kaffee – sehr lange auf der Terrasse der Bar zu sitzen und den Reichtum zu genießen, der sich im einfachen Leben verbirgt. Ein guter Kaffee unter der Sonne Spaniens. Brauchst Du mehr? Von Fornalutx geht es über Serpentinen 15 km zum Cúber, dem größten Stausee Mallorcas. Von hier sind es nur noch 3 km bis zum Gorg Blau. Parkplätze stehen an beiden Seen zur Verfügung. Vom Gorg Blau führt ein Wanderweg Richtung Puig Major. Auch wenn der Gipfel militärisches Sperrgebiet ist, lohnt es sich, bis zum weitesten Punkt zu wandern und den herrlichen Ausblick zu genießen.

4

Wanderung auf den Puig de l’Ofre

Auch wenn Du vom Stausee Cúber startest, wanderst Du in wunderschöner südländischer Vegetation. Parken kannst Du direkt auf dem kleinen Wanderparkplatz am Nordostende des Sees. Ein Pfad führt um den Cúber herum, flach und sehr gut geeignet für Familien. Der See ist aber auch ein idealer Ausganspunkt für die Wanderung auf den Puig de l’Ofre. Hierzu solltest Du Kondition und Trittsicherheit mitbringen. Dich erwartet sowohl ein landschaftliches Highlight als auch eine traumhafte Aussicht vom Gipfel. Weite Teile der Wanderung verlaufen flach. Jedoch wird es auf den letzten Metern zum Gipfel steil und anspruchsvoll. Insgesamt solltest Du für diese Tour etwa drei bis vier Stunden einkalkulieren.

5

Siesta im Hafen von Cala Figuera

Direkt entgegengesetzt zur Serra de Tramuntana liegt im Südwesten Mallorcas das Fischerdorf Cala Figuera. Mallorquinischer Stil, glasklares Wasser, kleine Fischerboote, die im Naturhafen schaukeln. In der fjordartigen Bucht scheint die Zeit stehen zu bleiben. Wer hier länger bleiben möchte, ist in der familiären Pension Villa Lorenzo gut aufgehoben. Falls Du einen Tagesausflug in die Cala Figuera machst, kannst Du in der Villa Lorenzo aber auch mediterran essen gehen. Frischer Fisch statt touristischem Einheitsbrei. Wer möchte in Spanien schon Pizza oder Schnitzel essen? Dann doch lieber leckere Tapas, Meeresfrüchte oder fangfrische Dorade. Abgeschmeckt mit einer Prise Salz, die das Meer herüberweht – herrlich!

6

Tipps für Tapas auf Mallorca

Was wäre Spanien ohne das köstliche, mediterrane Essen? Also, Spanien wäre immer noch meine Heimat des Herzens. Aber mein Magen ist grundsätzlich sehr nah an meinem Magen angesiedelt. Geht es Dir auch so? Bestimmt! Und weil das so ist, serviere ich Dir hier die besten Tapa-Bars in der Hauptstadt Palma de Mallorca. Quasi mundgerecht zubereitet. ¡Que aproveche! Die Bar España findest Du in einer Gasse hinter der Plaza Mayor versteckt. Die Bar ist weder sonderlich groß noch bekannt. Ein echter Geheimtipp eben. Die Atmosphäre ist typisch spanisch. Du bekommst hier super leckere Pinchos, Tapas und Weine. Bei Ombu gibt es ganz kreative Tapas. Das Restaurant liegt gleich in der Nähe der Plaza de la Reina im Herzen von Palma. Mit kreativ meine ich, dass es außer den typisch spanischen auch südostasiatische Tapas gibt, mit denen Ombu mehrere Auszeichnungen gewonnen hat. Dazu der Blick von der Terrasse auf die Kathedrale – que vida!

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Tipps für Kajaktour auf der Altmühl https://about-ju.com/kajaktour-altmuehl/ https://about-ju.com/kajaktour-altmuehl/#comments Mon, 15 Mar 2021 12:24:26 +0000 https://aboutju.live-website.com/?p=284 Kajaktouren 10 Tipps für eine Kajaktour auf der Altmühl Plane Deine Kajaktour auf der Altmühl. Hier bekommst Du Infos zur Anreise ins Altmühltal, Übernachtungs-Möglichkeiten beim Bootwandern, Etappen-Planung und Paddel-Equipment. Was Dich in diesem Artikel erwartet Wie du am besten ins Altmühltal anreist Wie viele Tage dauert eine Kajaktour auf der Altmühl Die beste Jahreszeit fürs […]

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Kajaktouren

10 Tipps für eine Kajaktour auf der Altmühl

Plane Deine Kajaktour auf der Altmühl. Hier bekommst Du Infos zur Anreise ins Altmühltal, Übernachtungs-Möglichkeiten beim Bootwandern, Etappen-Planung und Paddel-Equipment.

Was Dich in diesem Artikel erwartet

Paddeln im Blütenmeer: Der Frühsommer auf der Altmühl zeigt sich von seiner schönsten Seite. Gemächlich schlängelt sich der Fluss durchs gleichnamige Tal. Entschleunigt genießen mein Mann und ich das Natur-Spektakel um uns herum mit frisch geschlüpften Blässhuhn-Küken, Eisvögeln und markanten Fels-Formationen. Damit deine Tour genauso traumhaft und entspannt wird, haben wir dir die wichtigsten Infos fürs Kajaken auf der Altmühl zusammen gestellt.

1

Wie du am besten ins Altmühltal anreist

Du kannst ganz unkompliziert mit dem Zug anreisen und findest zwischen Gunzenhausen und Kinding mehrere Bahnhöfe, sodass du deinen Start- und Zielpunkt recht flexibel festlegen kannst. Wir sind aus Zeitgründen mit dem Auto angereist und haben an der Stadthalle in Treuchtlingen während der fünf Tage kostenlos geparkt. Der Boots-Einstieg ist praktisch gelegen, von der Stadthalle aus ca. 200 Meter an der Altmühl flussabwärts. Auf dem Fluss-Abschnitt bis Eichstätt ist es sehr einfach, mit dem Zug nach Treuchtlingen zurückzukommen. Danach wird es umständlicher, ist aber möglich.

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Wie viele Tage dauert eine Kajaktour auf der Altmühl

Für die gesamte Strecke kannst du acht Tage einplanen. Je nach Paddeltempo schaffst du es auch schneller. Unterschätze aber nicht die langsame Fließ-Geschwindigkeit. Es wird teilweise ein bisschen Arbeit sein. Wir waren fünf Tage unterwegs und haben uns pro Tag 10 bis 20 Kilometer vorgenommen. Dabei haben wir viel fotografiert und hatten noch genügend Zeit für einen Besuch der Städtchen, durch die wir gepaddelt sind.

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Die beste Jahreszeit fürs Paddeln auf der Altmühl

Die Paddelsaison auf der Altmühl startet üblicherweise im Mai und dauert bis in den frühen Herbst. Je nachdem, wie trocken der Sommer ist, kann der Pegel ganz schön niedrig werden. Du kannst dich vorab über die Pegelstände der Altmühl informieren. Wir empfehlen dir, Zimmer und Boot rechtzeitig zu reservieren, da die Altmühl doch sehr beliebt ist und es gerade auf der Haupt-Strecke zwischen Solnhofen und Eichstätt mit Unterkünften schwierig werden könnte.

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Welches Kajak ist für die Altmühl geeignet

Wir haben selbst Faltboote und man sieht auch Leute mit Falt- oder Luftbooten paddeln. Über weite Strecken ist das kein Problem. Doch ist der Pegel der Altmühl wie erwähnt teils sehr niedrig und daher ein festes Kajak definitiv besser geeignet. Wir haben uns zwei Einer-Kajaks beim Bootsverleih Glas in Eichstätt ausgeliehen. Die Kajaks wurden pünktlich an den Einstieg in Treuchtlingen geliefert und ebenso pünktlich am Ausstieg in Kipfenberg wieder abgeholt.

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Der schönste Strecken-Abschnitt der Altmühl

Traumhaft schön ist es entlang der Felsgruppe „Zwölf Apostel“ zwischen Solnhofen und Eßlingen. Die Dolomitfelsen ragen nahe des Ufers steil auf. Hier ist die Altmühl besonders kurvenreich und damit super spannend. Allerdings ist dieser Abschnitt auch der beliebteste bei Tages-Ausflüglern, die zwischen Solnhofen und Dollnstein ideale Verleih-Möglichkeiten für den Kurztrip finden. Ausgebremst wird man neben der schönen Kulisse, die zum Fotografieren einlädt, auch von den fünf Wehren. Zudem stehen zwei Boots-Rutschen auf dem Programm, für die du gerade bei Mehrtages-Touren definitiv eine Spritzdecke haben solltest – oder eben umträgst.

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Zelten an der Altmühl

Entlang des Flusses gibt es viele schöne Möglichkeiten, sein Zelt aufzuschlagen. Und das sowohl auf Camping-Plätzen als auch auf den offiziellen Camping-Wiesen, die an idyllischen Flecken aufwarten. Wir haben auf der Camping-Wiese in Zimmern gezeltet. Die Stimmung am Abend war fantastisch. Die Wiese liegt ideal, weil man an dieser Stelle sowieso sein Boot umtragen müsste. Wer lieber ein festes Dach über dem Kopf hat, kann gegenüber beim Gasthof Hollerstein einchecken. Deren Biergarten liegt romantisch direkt an der Altmühl. Eine Einkaufs-Möglichkeit gibt es in Zimmern nicht.

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Hotels und Gasthöfe entlang der Altmühl

Auf dem Weg gibt es einige Hotels und Gasthöfe, die – soweit unsere Erfahrung – ihre Gäste unglaublich freundlich empfangen. Empfehlen können wir dir auf jeden Fall die Häuser, in denen wir übernachtet haben: angefangen beim Hotel zur Sonne in Pappenheim, über den Gasthof Kirchenschmid in Dollnstein bis zum alten Wirt in Gungolding. Eine schöne Erfahrung und ein bisschen Glamping ist auch die Übernachtung im Fass in Eichstätt.

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Sightseeing in Flussnähe

Eichstätt ist Universitätsstadt und erwartet seine Besucher mit historischen Gebäuden und relaxtem Kleinstadt-Flair. Mitten in der Stadt kannst du das Kanu parken, überquerst die Brücke und stehst dann schon direkt in der Altstadt. Es gibt einige Cafés, Eisdielen und Restaurants – man wird definitiv satt. Lohnend ist auch der Besuch im Römer- und Bajuwaren-Museum in Kipfenberg. Das Boot kannst du auch hier am Ausstieg anhängen. Ein kurzer, steiler Fußweg führt durch ein Wäldchen hoch zur (privaten) Burg und zum Museum. Dort lässt es sich vor dem Fachwerkbau schön Kaffee trinken.

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Tipps für den paddelfreien Tag

Wer Outdoor-Aktivitäten liebt, kommt entlang der Altmühl auf seine Kosten. Besonders schön liegt der Wald-Klettergarten in Pappenheim, der mit fünf Parcours in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen und einem 28 Meter hohen Kletterbaum für jedes Alter etwas bietet. Sehr cool ist auch der Trailpark in Treuchtlingen. Die „HeumödernTrails“ sind auf unterschiedliche Levels der Mountainbiker ausgelegt. In der Talstation Heumöderntal gibt es nicht nur guten Kaffee, sondern auch einen Bike-Verleih. Die Trails gehen direkt dahinter los.

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Strecken-Aufteilung der Kajaktour auf der Altmühl

Treuchtlingen – Zimmern, 9 km

Zimmern – Dollnstein, 18 km

Dollnstein – Eichstätt, 18 km

Eichstätt – Gungolding, 17,5 km

Gungolding – Kipfenberg, 8 km

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Der Beitrag Tipps für Kajaktour auf der Altmühl erschien zuerst auf about Ju.

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